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Spiegelglasschleiferei Reichenberger/Scherber

Spiegelglasschleiferei Reichenberger/Scherber

Vermutlich 1851 entstand das Schleif- und Polierwerk von Joseph Ulrich Reichenberger, das dieser an Johann Scherber, Privatier aus Nürnberg, verkaufte, dem 1854 die Zulassung erteilt wurde.

Neben dem Schleifen und Polieren wurde hier auch das Belegen des Spiegelglases durchgeführt. Dies ist durchaus eine Besonderheit für unsere Gegend, da diese Arbeiten normalerweise in den Hauptzentren Nürnberg, Fürth und Erlangen von geschulten Fachkräften durchgeführt wurden. Das Belegen erfolgte zeitweise mit Quecksilber, hauptsächlich jedoch mit Zinn- oder Silberfolie.

1861 zählte man im Amtsbezirk Bayreuth 12 Glasschleifereien und Polierwerke, deren Anzahl sich bis 1878 mehr als verdoppelte. 1906 waren nur noch 15, meist kleinere Schleifereien in Betrieb. Der wachsende Konkurrenzdruck aus Böhmen und dem Ruhrgebiet und der Einsatz moderner Technologien (Dampfkraft statt Wasserkraft, usw.) machten sich bemerkbar. Der erste Weltkrieg und der damit verbundene Wegfall des Exportgeschäftes sorgten schließlich für einen weiteren Niedergang.

Eigentlich entstanden die Anlagen schon viel früher und wurden als Hammerwerk und Mühle betrieben. Aufgrund des starken Gefälles war es möglich, die Wasserkraft zweimal zu nutzen. Die obere Mühle leitete das Wasser der Warmen Steinach 400 m oberhalb aus. In der Hammermühle trieb ein 4 m großes, oberschlächtiges Wasserrad das Mahlwerk zum Mahlen des Getreides und zur Stromerzeugung. Im darunter liegenden Vahwerk wurde mit zwei Wasserrädern Holz verarbeitet und ebenfalls Strom erzeugt.

In Grenzhammer wurde die Wasserkraft gleich doppelt genutzt und zum Betreiben eines Hammerwerks und einer Mühle verwendet.
Später trieb das Wasser die Polierstempel zum Spiegelglaspolieren an.
Die Karte zeigt die Anlagen aus dem 19. Jahrhundert.

Glaswanderweg - 95485 Warmensteinach im Fichtelgebirge / Bayern
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