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Bahnhof

Bereits 1861 ist nachweislich erstmals der Ruf nach einer Eisenbahnverbindung zwischen Bayreuth und Weidenberg laut geworden, dem schnell der Wunsch einer Bahnlinie bis nach Warmensteinach, ja sogar durch das ganze Fichtelgebirge bis nach Eger folgte. Besonders der günstigere und billigere Transport des in Bayreuth benötigten Brennholzes wurde dabei von den Befürwortern angeführt. Daneben erhoffte man sich natürlich einen Aufschwung der Industrie, speziell der Glasindustrie mit all ihren gewerblichen Zweigen, sowie den Hammerwerken und den Porzellanfabriken. Um dem Ansinnen mehr Gewicht zu geben, gründete sich 1870 ein Verband, dem viele Industrielle der Weidenberger und Warmensteinacher Gegend angehörten. Einer seiner Mitglieder war auch Sigmund Lindner aus Warmensteinach.

Unruhige Zeiten und Kriegswirren ließen die Bestrebungen immer wieder ins Hintertreffen geraten. Erst ab 1885 waren wieder konkrete Verhandlungen möglich, wobei schon damals aufgrund der unverhältnismäßig hohen Kosten die Weiterführung nach Warmensteinach immer wieder infrage gestellt wurde. Ein Gutachten der Generaldirektion der königlich bayerischen Staatsbahnen aus dem Jahre 1888 empfiehlt wärmstens den Bau dieser Bahnlinie, lehnt jedoch aufgrund der extremen Steigung die ebenfalls diskutierte Verlängerung bis nach Oberwarmensteinach und darüberhinaus ab! Ebenfalls nicht berücksichtigt werden konnten Überlegungen, die Bahnlinie über Warmensteinach und Grassemann bis nach Bischofsgrün zu führen.

Schließlich konnte mit der Planung begonnen werden. In den Jahren 1895 und 1896 wurde mit Hochdruck an der Realisierung gearbeitet. Schließlich erfolgte am 15. August 1896 die Jungfernfahrt. Der erste Zug fuhr an diesem Tag von Warmensteinach nach Bayreuth (!), da in Warmensteinach die Lokomotive stationiert war und das gesamte Betriebspersonal hier wohnte. Nach Überlieferungen fuhren etwa 20 Personen mit dem ersten Zug und erreichten pünktlich um 5:46 Uhr den Bahnhof in Bayreuth. Um 6:10 Uhr fuhr dann der erste Zug von Bayreuth nach Warmensteinach.

1994 wurde der Betrieb auf dem Teilstück zwischen Weidenberg und Warmensteinach eingestellt, dem schließlich auch die restliche Strecke bis Weidenberg folgte. Erst im Jahre 2006 gelang es nach zähem Ringen zumindest das Teilstück zwischen Bayreuth und Weidenberg umfassend zu sanieren und zu reaktivieren. Leider wurde dabei bisher der letzte Abschnitt ins Fichtelgebirge, nämlich die Strecke zwischen Weidenberg und Warmensteinach aus Kostengründen nicht berücksichtigt. Allerdings sind diesbezügliche Bestrebungen noch immer im Gange, so dass die Wiederbelebung dieser letzten Stichbahn ins Fichtelgebirge noch nicht endgültig zu den Akten gelegt werden muss.

Erwartungsgemäß führte der Bau dieser Bahn im vorletzten Jahrhundert zu einer Belebung der Region. Nicht nur Handel und Industrie profitierten davon, auch der Tourismus blühte auf. Besonders im Winter war ein steigendes Interesse zu verzeichnen. So erfolgte schon 1908 der Einsatz von so genannten Rodelzügen, die Wintersportbegeisterte aus dem Großraum Nürnberg über Bayreuth direkt nach Warmensteinach brachten. Diese Züge wurden von den Einheimischen mit Fahnen und Musik empfangen. Zum Teil lagen die Ski- und Rodelgebiete nur unweit des Bahnhofes (Posthang, Wiese beim Hotel Krug). Zahlreiche Sportler nahmen anschließend jedoch den mühsamen Fußmarsch bis nach Fleckl und den Ochsenkopf in Kauf. Diese Rodelzüge verkehrten über Jahrzehnte hinweg während der Winterzeit regelmäßig bis nach Warmensteinach.

Nach der Stilllegung der Strecke wurde durch die Gemeinde Warmensteinach das zum Verkauf stehende Bahnhofsgebäude erworben und zum neuen Rathaus umgebaut. Die Einweihung erfolgte am 25.10.2002. Noch heute befindet sich die Fläche der Bahntrasse im Besitz einer Gesellschaft, die eine Wiederinbetriebnahme des letzten Teilstückes ab Weidenberg anstrebt.

(Nach Angaben aus dem Buch: "Das obere Steinachtal und die Gegend um Warmensteinach" von Harald Herrmann).

Alte Aufnahme des Bereichs um den Bahnhof, um 1905.
Bahnhof, Hotel Krug und Evang. Kirche.

Ankunft eines Rodelzuges am Bahnhof.
Der lange Weg zu den Skigebieten.
Ankunft des Zuges anlässlich der Bayerischen Nordischen Skimeisterschaften 1949.
 
 

Glaswanderweg - 95485 Warmensteinach im Fichtelgebirge / Bayern
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